Zukunftstrends im Handel ― die 3 wichtigsten Entwicklungen im Retail
Ob Discounter oder Modekonzern, Hypermarkt oder Möbel-Gigant – sie alle müssen sich an den gewandelten Kunden und sein verändertes Konsumverhalten anpassen. Denn in dem Maße, in dem sich die Verbraucher nicht länger an die „Regeln“ des Konsumierens halten, sprich nach Alter, Geschlecht und Einkommen kategori-sierbar sind, in dem Maße benötigen Einzelhändler neue Formen, „ihre“ Kunden anzusprechen.
Auf welche Entwicklungen und Trends dabei geachtet werden müssen, zeigt Ihnen der Zukunftsletter in diesem Beitrag:
1. E-Tailing: Die neue Verbindung von E-Commerce und konventionellem Handel
Laut einer Studie der „European Interactive Advertising Association – EIAA“ haben immerhin 80 % der deutschen Internet-User innerhalb von 6 Monaten Artikel online eingekauft. Die Vorteile für die Käufer sind zeit- und ortsunabhängiger Einkauf, der zusätzliche Informationswert, Preisvergleich sowie Produktkommunikation – die Verbindung zwischen Mensch und Technik.
Durch Internet-Hype, eBay-Euphorie und Technikbegeisterung ist der klassische, stationäre Einzelhandel gefordert. Doch seine Attraktivität ist nicht gänzlich verblasst: So ergab die 20. W3B-Umfrage von Fittkau & Maaß, dass 2 Drittel der deutschsprachigen Internet-Nutzer, das Internet zur Recherche nach Produktinformationen nutzen, aber im Anschluss an die Recherche dann jedoch über 60 % das Produkt in einem herkömmlichen Geschäft kaufen. Vertriebsformen von morgen müssen daher einen Weg finden, virtuelle und faktische Einkaufswelten zu verbinden.
2. Socializing: Im Zeitalter des selbstbewussten Konsumenten ist Kommunikation das zentrale Asset
Neuere Untersuchungen belegen: eBay steht nicht nur aufgrund von Convenience und wegen seines Billig-Images so hoch im Kurs. Der Internet-Versteigerer gibt den Kunden etwas, das sie im klassischen Handel vermissen: Kommunikation, Interaktivität, menschelnde Atmosphäre.
Wie das IFM in Köln herausgefunden hat, wandern viele Konsumenten zu eBay ab, weil sie dort Käufer und Verkäufer zugleich sein, ihre Rollen selbst wählen und auf Augenhöhe mit anderen Peers kommunizieren können. Die nächsten Jahre werden jedoch erst zeigen, ob eBay ein P2P-Portal bleibt oder ob sich die Powerseller durchsetzen werden. Klar ist allerdings, dass Kommunikation (und nicht nur Verkaufsgespräche) die Zukunft des Handels prägen wird.
3. Konvergenz im Handel: Neues Konsumbewusstsein in Ost und West
Die USA werden weiterhin Einfluss auf in Westeuropa aufkeimende Trends in Alltag und Konsum haben (s. Zukunftsletter 03/2004: Trader Joe’s, Whole Foods Market, Zukunftsletter 01/2006: Exurbs). Aber auch Westeuropa entwickelt ein eigenes Konsumbewusstsein und -verständnis.
Nicht länger geht es um die alleinige Bedürfnisbefriedigung, sondern um einen Mehrwert, der mit dem Produkt erstanden wird – etwa die soziale Komponente, Vertrautheit, Sicherheit, gute Erinnerungen oder Service. Dann sind, entgegen der Jammer-Tiraden der Retailer, die Europäer durchaus konsuminteressiert.
Gar von einer zweiten Wohlstandswelle kann in Osteuropa geredet werden. So ebbt zwar die erste Konsumeuphorie in den CEE-Staaten ab, sie wird aber von einem neuen Lifestyle-Konsum abgelöst, der sich teilweise gar nicht so sehr von dem in Westeuropa unterscheidet – auch dort wird etwa auf Qualität, Individualität, Gesundheit gesetzt. Die großen Handelsketten müssen sich auf einen Standortkampf einstellen.
Wollen Sie mehr darüber wissen, wie sich der (Einzel-)Handel in den nächsten Jahren verändern wird, und darüber, wie Ihr Unternehmen mit diesen Entwicklungen Schritt halten kann?