Wissensgesellschaft 2.0: Zukunftsmarkt und Betriebssystem der Ökonomie von morgen
Bildung ist DIE Schlüsselressource in der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts. Bildungsdiskussionen sind allgegenwärtig. Keine Business-Konferenz, die ich erlebe, ohne dass irgendwo die Binsenweisheit von der beginnenden Wissensgesellschaft als bahnbrechende neue Erkenntnis abgesondert wird. Dabei hat Peter Drucker schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts darauf hingewiesen, dass Wohlstand und Wachstum nur noch über die strategische Anwendung von Wissen aufrechtzuerhalten sind.
Immer wenn ich in Vorträgen über das Thema Bildung rede, sehe ich kollektives Kopfnicken: Ja, ja, Bildung wird immer wichtiger. Wir feiern 10 Jahre PISA-Schock. Und in diesem Zeitraum haben wir uns in Deutschland einen veritablen Minderwertigkeitskomplex antrainiert, weil unsere Business-Elite 2002 ach so bodenlos versagte.
Wir sollten endlich aufhören, uns als PISA-Opfer selbst zu bemitleiden. Denn fatal könnte sein, dass wir dabei tatsächlich den Weg in die Wissensgesellschaft 2.0 verpassen.
In diesem „Zukunftsletter-Spezial“ zeigen wir Ihnen, wie und wo die Zukunft der Bildung stattfindet. Ich greife nur ein paar Beispiele aus unserer Recherche heraus, um Ihnen zu zeigen, auf welch brachiale Veränderungen wir uns einstellen müssen:
- Der ClubK aus Freiburg unterhält deutschlandweit 40 Franchises, die auf die Sprachförderung von 3- bis 6-Jährigen spezialisiert sind.
- Apple bietet in seinen iTunes bereits 350.000 kostenlose Bildungs-Downloads an und hat soeben verkündet, via iPad in den Lehrbuchmarkt einzusteigen
- Sportartikel-Gigant Nike hat mehr als 80.000 Vertriebspartner über iPhone weitergebildet.
- In Indien avanciert das Handy zum Vorlesungssaal. Aufgrund mangelnder Infrastrukturen absolvieren Studenten ihre Tests via SMS.
- Spielen – Gaming – wird die neue globale Sprache des Lernens sein: SAP-Novizen bewältigen ihren Berufseinstieg schon seit Jahren über „Lern! Spiel! SAP!“.
- Das Computer-Lernspiel „Civilization“ ist zum global-virtuellen Klassenzimmer avanciert; die 5. Version spielte in den 6 Monaten nach Veröffentlichung 22 Millionen US-Dollar ein.
Was heißt das? Zum einen: Wissensgesellschaft 2.0 findet in den digitalen Medien, im digitalen Klassenzimmer statt und bedeutet kollaboratives Lernen (und nicht mehr nur Lernen von Autoritäten). Zum anderen: Die digitalen Veränderungen, die jetzt dem Bildungsmarkt (Weiterbildung, Schulen, Hochschulen) bevorstehen, werden mindestens genauso dramatisch sein wie die MP3-Technologie für den Musikmarkt.
Die deutsche Wirtschaft (und unsere verstaubten Bildungsinstitutionen) müssen jetzt entscheiden, ob sie bei der Wissensgesellschaft 2.0 (digitaler, dezentraler) dabei sein wollen. Der Boom passiert jetzt!
