Wie Sie einflussreiche Trends von vorübergehenden Hypes unterscheiden

Die Veränderungen in der Medienwelt gehen mit rasender Geschwindigkeit vonstatten. Umso mehr sollten Sie darauf achten, dass Sie keinen künstlichen Hypes zum Opfer fallen.

 

Es gibt klare Anzeichen dafür, dass Facebook, Twitter & Co. überbewertet sind. Klare Anzeichen von Blasenbildung werden erkennbar. Der Unternehmenswert von Facebook beispielsweise wuchs Ende 2010 wöchentlich um 4 %. Bevor Facebook überhaupt an der Börse angekommen ist, hat ein einmaliger Handels-Hype auf dem grauen, unbeaufsichtigten Kapitalmarkt eingesetzt. Die Mechanismen kennen wir aus den vergangenen Jahren nur zu gut: Anleger spekulieren auf Facebook, um richtig Geld zu verdienen, bevor der Hype vorbei ist.


Die Bookmarking-Seite Delicious (von 0,9 Millionen Unique Visitors im November 2009 auf
etwas mehr als 0,5 Millionen ein Jahr später) wurde auf ihrem Höhepunkt von Yahoo gekauft,
seit Juli 2010 gehen die Zugriffszahlen deutlich zurück, Gerüchte über die Schließung der Seite kursieren. Flickr (Dezember 2009: mehr als 22 Millionen Unique Visitors, September 2010: 19 Millionen), ein gefeierter Pionier des Foto-Sharings, verliert ebenfalls seit Juli 2010 deutlich an Kundschaft und steht zudem unter heftigem Konkurrenzdruck von Twitpic und neuen Apps wie Instagram. MySpace (75 Millionen Unique Visitors im November 2009, gut 50 Millionen 12 Monate später), Sie erinnern sich, die Seite, mit der alles anfing, ist längst keine Konkurrenz von Facebook mehr, verzeichnet seit Mai 2010 deutliche Einbrüche in der Nutzung und könnte in diesem Jahr die erste große Social-Media-Pleite werden.


Eins ist klar: Die Idee von Social Media ist revolutionär und könnte unseren Umgang mit Medien auf Jahre hinaus verändern. Aber, wie Umair Haque, Medien-Guru des „Harvard Business-Manager sagt: „Social doesn‘t just mean friends – it means society.“ Nur 6 % aller Twitterbotschaften werden überhaupt weitergeleitet. Und welche Bedeutung die „Freunde“ für Gesellschaft und Marketing haben, ist nach wie vor höchst umstritten.


Was lernen wir daraus? Es lohnt sich, genau hinzuschauen und zwischen vorübergehenden Hypes und substanziellen Trends zu unterscheiden. Wir haben im Januar das Institut für Trend- und Zukunftsforschung gegründet. Die Ergebnisse dieser Arbeit machen wir Ihnen direkt unter anderem auch über den Zukunftsletter zugänglich.


Bleiben Sie hellwach!


Ihr
Dr. Eike Wenzel

 

 

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