Do-it-yourself war gestern – jetzt beginnt die Ära des Do-it-for-you

Die nassforsche Ankündigung von Amazon, künftig die Geschäfte der Buchverlage zu übernehmen, ist ein weiterer Baustein in diese Richtung. Er sollte auch bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Erkenntnis reifen lassen, dass es in den kommenden 10 Jahren auf Folgendes ankommt:

 

Für uns alle gibt es nur noch 2 Kriterien, die wirklich zählen: das Produkt bzw. die Dienstleistung – und der Kunde: WIR. Mehr denn je müssen wir uns klar machen, dass wir nicht mehr im Markt-, sondern in einem hoch individualisierten Konsumenten- Kapitalismus leben.

 

Der nahezu unaussprechliche Fachbegriff für diesen Trend lautet: Desintermedialisierung. Früher gingen wir zum „fernmündlichen“ Kommunizieren aufs Postamt und in die Telefonzelle, heute checken wir unsere Mails in der Badewanne.

 

Früher mussten Dialyse-Patienten zur Therapie in der Universitätsklinik vorstellig werden, heute können das viele Menschen mit einem Helfer in den eigenen 4 Wänden machen. Die komplette Vernetzung führt in allen Lebensbereichen (sei es Handel, Gesundheit, Tourismus, Banken, Bildung etc.) dazu, dass Produkt und Nutzer das Einzige sind, was zählt.

 

Viele Menschen möchten keine Autos mehr kaufen, sie möchten aber einfachen Zugang zu Mobilität. Das wird in der Carsharing-Branche für einen sagenhaften Aufschwung sorgen (vgl. Seiten 4-5 im aktuellen Zukunftsletter), es wird den Markt aber auch komplett verändern. Carsharing wird zukünftig von den großen Automarken, den klassischen Carsharing-Anbietern und lokalen Portalen angeboten, die Autos von Privat an Privat vermitteln.

 

Die Virtualisierung des Lernens, der Schulen und Hochschulen wird bis 2020 dazu führen, dass wir via E-Learning und iUniversitäten ein Lehrer-Schüler-Verhältnis von 1:1 bekommen. Jeder lernt nach eigener Geschwindigkeit, nach eigenen Zeitplänen (was gemeinschaftliches Lernen überhaupt nicht ausschließen muss, ganz im Gegenteil). Den meisten von uns wird es bis dahin egal sein, welcher Verlag das Buch liefert – wir wollen es schnell, schön und bequem haben oder auf den allgegenwärtigen Bildschirmen lesen können.

 

Jahrelang haben wir über Mass Customization gesprochen, massenhaft individualisierte Produkte. Jetzt ist es so weit, dass die Vision Wirklichkeit wird. Aus Do-it-yourself wird Do-it-for-you, wie wir Ihnen in unserer Vorausschau auf 2012 (Seiten 4-5 im aktuellen Zukunftsletter) zeigen werden. Gerade für alte und behinderte Menschen werden findige Produktveredler das Bett, die Wohnung und das Auto für die jeweils ganz besonderen Nutzungssituationen individualisieren.

 

Die Märkte der Zukunft vollziehen einen weiteren Individualisierungssprung. Rücken Sie Ihre Kunden noch stärker in den Mittelpunkt Ihrer Innovationsbemühungen. Und nutzen Sie den Zukunftsletter als Ihr Frühwarnsystem für eine Konsumwelt, in der künftig Do-it-for-you die Trends prägt.

 

 


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