Die Digitalisierung unseres Lebens und was Sie daraus machen können
Wir befinden uns mitten in einem Wandel, der jetzt auch die Produktionsverhältnisse erreicht hat. Was sich abzeichnet, ist ein neues Denken über die Art und Weise, wie wir Dinge herstellen. Schon lange reden wir über die Digitalisierung, die unter anderem eine stolze Industrie wie Zeitungen, Buch und Zeitschriften auf den Kopf stellt. Im „Zukunftsletter 01/2012“ geben wir Ihnen darüber hinaus Einblick in die digitale Revolution, die gerade den Bildungssektor erfasst (Seite 6). Das so genannte „Silicon Valley II“ wird gerade in New York geplant, und es wird sich nicht mit IT beschäftigen, sondern mit der Digitalisierung von Bildung (http://nyti.ms/digital_education).
Ehernen Institutionen wie Oxford und Harvard könnte in den nächsten Jahren das passieren, was der Musikindustrie Ende des 20. Jahrhunderts geschehen ist und dem Buchmarkt gerade jetzt passiert: die Digitalisierung ihres Geschäfts, der Schlüsselressource Bildung.
Doch bislang haben wir von der Digitalisierung der Bits geredet. In den nächsten 10 Jahren werden wir über die Digitalisierung der Atome, der Materie reden. Anders gesagt: Was jetzt beginnt, ist die Digitalisierung der Warenwelt, der Dinge und Produkte. Wir reden von einer Revolution unserer Produktionsformen.
Wir werden zukünftig hoch spezialisierte Produkte oder kleine Standardteile nach Konstruktionsplänen im Internet auf 3-D-Druckern in unseren Läden und Werkstätten einfach „ausdrucken“. Sportartikelhersteller produzieren Schuhsohlen bereits auf 3-D-Druckern. Stellen Sie sich vor, Sie sind Autohändler und müssen nicht mehr umständlich Ersatzteile bestellen und Kunden warten lassen, sondern können die benötigten Teile in einer kleinen Halle neben der Werkstatt einfach aus dem 3-D-Printer rauslassen – in ein paar Jahren wird es so weit sein.
3-D-Drucker, Rapid Prototyping oder Digitale Fabrikation – seit Jahren reden wir über dieses Thema (im „Zukunftsletter“ bereits im Dezember 2005). Jetzt gibt es erste erschwingliche Geräte (unter 10.000 Dollar; 2001: 45.000 Dollar), die auf Basis von Keramik und unterschiedlichen Kunststoffen Produkte und Teile von Produkten herstellen können – wann und wo wir es wollen. Was heißt das für Sie?
Der Grad der Individualisierbarkeit von Produkten steigt noch einmal rasant an, in vielen Industrien werden Transport und Lieferung wegfallen. Als Spielwarenhändler, denken Sie an Playmobil, werden viele Produkte vor Ort und personalisiert herstellbar. Wertschöpfung wird lokaler, dezentraler und persönlicher, an den Economies of Scale vorbei.
Eine große Verheißung – und die Produktionsrealität des Jahres 2020.
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Hier finden Sie weitere Chefredakteurs-Meinungen aus dem Zukunftsletter.
